ALASKA-FEUERLAND, mit dem Motorrad durch den amerikanischen Kontinent.

Auf den folgenden 7 Seiten gibt es einen Reisebericht dieser Tour, der vielleicht den Einen oder Anderen dazu anregt selbst solch eine Reise zu unternehmen, vielleicht aber auch einfach nur Freude zum lesen bereitet.

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Es ist sicherlich ein recht merkwürdiger Anblick für die mich umgebenden Leute, als ich einen nur mit einem Lappen zugestopften Benzinkanister in der einen Hand und den Helm in der Anderen den Autobus vor Vancouvers Jugendherberge in Richtung Flughafen besteige.

Erst gestern setzte ich das erste mal in meinem Leben den Fuss auf den amerikanischen Kontinent. Fünfhundert Jahre nach Kolumbus habe auch ich mir ein Abenteuer vorgenommen. Ein lang ersehnter Traum soll war werden. Mit meiner XT600 TÉNÉRÉ, die bereits 25000km in Europa abgespult hat, wird es zunächst nach Alaska gehen und danach soweit nach Süden wie ich nur kommen kann. Sechs Monate will ich mindestens "on the road" sein und bis Mexico soll es auf alle Fälle gehen. Das ich dann aber wirklich nach neunzehn Monaten in Ushuaia, der süd-
lichsten Stadt der Welt einrollen werde, habe ich am Flughafen von Vancouver kaum zu glauben gewagt.

Die unproblematischen Zollformalitäten sind schnell erledigt, und in einer weiteren halben Stunde ist die XT aus dem Holzverschlag befreit und zusammen-
gebaut. Noch drei weitere Tage bleiben wir in Vancouver, stöbern die Motorrad-
läden nach einer Gebrauchten für meinen Reisepartner durch und geniessen das Flair dieser beeindruckenden Stadt. Doch dann geht es endlich los, die Strasse erklimmt bereits nach 150km den ersten Pass in die Rocky`s.


War es in Vancouver noch angenehm warm, so friere ich jetzt bei Schneetreiben im T-shirt unter der Endurojacke, deren Thermofutter gut verpackt irgendwo im Alukoffer versteckt ist. Noch am gleichen Tag überqueren wir die Grenze zu den USA und quartieren uns in einem Motel am Rande einer Kleinstadt ein. Nach einer ausgibigen warmen Dusche, stürzen wir ins nächste Fastfoodrestaurant und geniessen die auch bei uns bekannte amerikanische Esskultur. Im staatlichen Schnapsladen gleich um die Ecke sieht man uns den Europäer an der Nasenspitze an, denn an der Kasse werden wir trotz unserer Wahl eines amerikanischen Whiskys mit "welcome to America" begrüsst. So wird unser erster Abend in den USA dann auch entsprechend gefeiert und am nächsten Morgen lernen wir mit unseren Brummschädeln die endlosen schnurgeraden highways zu schätzen.

Wir sind auf dem Weg nach Wyoming, dort lockt uns der älteste Nationalpark Amerikas, eine Woche lang begeistern uns dort seine Naturwunder und Tierwelt. Vor den Bären, die auch regelmässig die Campingplätze heimsuchen wird unser Proviant in eigens dafür angelegte Boxen verschlossen und eine Herde Bisons verursacht unseren bisher einzigen Verkehrsstau. Bis zu dreissig Meter hohe Geysire und unzählige Wasserfälle halten uns in ihrem Bann, bevor es für die nächsten Wochen in Richtung Norden geht.

In Kanada geraten wir in eine Schlechtwetterfront und
noch dazu bleibt die XT alle 11km stehen. Als ich am Spannriemen im schlepp 60km über Stock und Stein zurück-
lege, kommt es zur ersten Begegnung mit Meister Petz,
der sich jedoch mindesten genauso erschreckt wie wir und blitzartig die Flucht ergreift. Als sich die Benzinpumpe als Übeltäter des unfreiwilligen "stop and go" heraus-
stellt und einfach ausgebaut wird, bleibt am nächsten
Tag die Honda meines Reisegefährten liegen und springt nie wieder an. Nach drei Tagen genervter Fehlersuche wird sie einfach im Nächsten bikeshop gegen ein anderes Modell getauscht und schlagartig kehrt auch der Sonnenschein zurück.

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