Der Alaska-Kanada-Hihgway erwartet uns, doch für ein Abenteuer sind wir wohl zwanzig Jahre zu spät. Gut asphaltiert bringt Er uns über 1400km nach Whitehorse, von wo wir auf den Klondike-Highway nach Dawson City wechseln. Hier schwanken wir zwischem erhaltenem Flair vergangener Tage und Mitleid mit einem ausgebeuteten Fluss namens Klondike. Wir verlassen die alte Goldgräberstadt und reisen auf dem noch nicht asphaltierten Top of the world-highway in den nördlichsten Bundestaat der USA, mit dem für soviele magischen Namen Alaska ein.

In Anchorage, der 250 000 Einwohner-Metropole wird uns eines der Probleme Alaskas vor Augen geführt, deren Ureinwohner können den Verlockungen der Gross-
stadt nicht wiederstehen, und so heisst es offiziel, dass jeder neunte Einwohner dieses Bundesstaates ein Alkoholproblem hat.


Fern ab der Zivilisation erfülle ich mir einen Traum und fahre alleine eine unbefestigte Stichstrasse in die von Gletschern gesäumte Bergwelt der Wrangell-Mountains. Kein Gegenverkehr auf 80km und hinter mir nur eine Staubfahne lassen Ruhe und Einsamkeit erwarten. Schwerer Schotter schlägt gegen den Motorschutz und vor jeder Bachdurchquerung heisst es, die günstigste Furt ausfindig zu machen, denn eine schwere Verletzung oder ein grösserer Schaden am Motorrad hätte tagelanges Warten auf Hilfe oder einen langen Fussweg zur Folge. An einem See schlage ich mein Camp auf, lediglich ein Seeadler leistet mir hier Gesellschaft. Einige Tage durchstreife ich den Busch zu Fuss, bevor ich mich zurück aufs Asphaltband begebe.

In Skagway, wo 1897 zehntausende goldgierige Abenteurer aus aller Welt ankamen und über den White-Pass in Richtung Yukon strömten, starte ich zu einer dreitägigen Fährfahrt, auf der ich begleitet von Walen und Delphinen gut erholt auf Vancouver Island ankomme. Bereits am ersten Tag lerne ich Malcom kennen, einen Kanadier schottischer Abstammung der sich spontan eine Woche Zeit nimmt und mir seine Insel zeigt. Nach einer Woche verlasse ich seine freundliche Heimat und mache erneut Station in Vancouver.

Mit neuem Kettensatz geht es weiter nach Süden. In Californien rausche ich durch die Kurven des berühmten Highway No.1 immer am Pazifik entlang und erreiche Tage später San Francisco, sicherlich ein der verücktesten Städte Amerikas. Durch Death-Valley und Las Vegas rollen wir in den "Wilden Westen".

Zwei Monale lang durchstreife ich mit zwei schweizer Stollenfans die Jeep-Trails, Gravelroads und Nationalparks von Utah und Arizona. Wir gewöhnen uns an den überall hin-
kriechenden roten, grauen und ockerfarbenen Staub, kommen nur alle paar Tage mal zu einer Dusche, sitzen wir doch dafür allabendlich im Rund des flackernden Lagerfeuers bei Bohnen mit Speck und erzählen vom Gesehenen und Erlebten des vergehenden Tages, bevor wir unter dem Sternenzelt in unsere Schlafsäcke kriechen.
Um so genervter reagiere ich mehr und mehr auf die Fastfood-Kultur und bin froh, das mich die Kälte des nahenden Winters zur Einreise nach Mexico drängt.

zurück
zum Seitenanfang
weiter

 

Veröffentlichung ohne meine Genehmigung ist nicht gestattet, alle Rechte vorbehalten, ©1999 Christian Frei