Zunächst geht es auf die Wüstenhalbinsel Baja California, ausser Badespass und Erholung an den scheinbar endlosen Sandstränden, treffe ich das Werksteam "Team-Green" von Kawasaki, welches in ein paar Tagen an der hier alljährlich stattfindenden Wüstenralley Baja1000 teilnehmen will. Trotz meines Konkurrenz-
Wüstenschiffes werde ich spontan in ihr Camp eingeladen und so bietet sich mir die Möglichkeit Profis bei Ralleystress hautnah mitzuerleben.

Mit der Fähre setze ich nach Mazatlan auf`s mexikanische Festland über und geniesse immer mehr die lateinamerika-
nische Lebensart. Besonders angetan bin ich von den kleinen Fischerdörfern am Pazifik, in denen ich bei Fisch, Tacos, Tequila und mexikanischem Bier Weihnachten und Sylvester verbringe. Gegen meine ursprüngliche Absicht, Acapulco nicht sehen zu wollen, fahre ich dann doch hin und ärgere mich dann ordentlich Geld, Benzin und Zeit für dieses Grauen von Pauschaltouristenstadt investiert zu haben. Eine ganz andere Welt ist da die Ruta-Maya, die mich auf dem Weg zur Yukatenhalbinsel mit ihren einzigartigen Mayaruinen total fasziniert.

Noch mehr begeistert mich allerdings der erste Blick auf das blau-grüne Wasser der Karibik und weckt in mir die Frage, wie lange ich hier wohl hängen bleiben werde. Es ist dann auch schon Ende Januar als ich in meinem Tagebuch zurück blättere und überrascht feststelle, das meine dreimonatige Aufenthaltsgenehmigung in wenigen Tagen ablaufen wird. Ich nehme Abschied von einer schweizer Rucksacktouristin, die mir sieben Wochen eine treue Sozia war und reise wieder alleine nach Belize weiter.

Zum ersten mal lerne ich die langwierige und schwierige Prozedur der Grenz-
übertritte in Central-Amerika kennen. Eine vielzahl von Formularen und Stempeln sind bei bis zu acht verschiedenen Schaltern zu besorgen und die Reihenfolge ist mir immer wieder ein Rätsel. Genervt und um 40U$ Schmiergeld erleichtert, reise ich dann doch glücklich ein. Als ich jedoch trotz Vorwarnung in Belize-City von ein paar finsteren Gestalten umlagert und um einige Belize-Dollar erleichtert werde, beschliesse ich spontan die mir gefährlich und hässlich vorkommende Stadt zu verlassen und verweile dann noch ein paar Tage in einem Grenzort vor Guatemala, in der Soldaten der britischen Schutztruppe ihr alkoholisches Wochenende verbringen.

Über drittklassige Schotterpisten geht es zu den Mayaruinen von Tikal im Norden Guatemalas. Bereits am Abend der Ankunft klettere ich auf die höchste Pyramide auf der erst zu einem Bruchteil ausgegrabenen Stadt mitten im Dschungel. Gleich am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang sitze ich wieder dort und erlebe das morgendliche Affengebrüll und Vogelkonzert, welches zu einem unvergesslichen Eindruck wird. Stundenlang noch durchstreife ich diese mystische Welt längst vergangener Epochen.

Die einzige Verbindungsstrasse nach Süden führt durch das Guerillagebiet El Peten, und auf den über 300km Schotter kommt es immer wieder zu Militärkontrollen. Ich habe ein mulmiges Gefühl, wenn die manchmal erst vierzehnjährigen im "Rambolook" mir ein Schnellfeuer-
gewehr unter die Nase halten und die von mir dann vorgezeigten Papiere kaum lesen können. Doch nach einigen Prozeduren kenne ich das Spielchen und als ich freundlich nach ihrem Befinden frage, entwickelt sich eine Unterhaltung über Höchstgeschwindigkeit und Leistung meines Moto`s, wie es im spanischen heisst.

In Antigua, der immer wieder durch Erdbeben zerstörten ehemaligen Hauptstadt Guatemalas besuche ich für zwei Wochen eine Sprachschule und wohne dort bei einer guamaltekischen Familie, eine ideale Sache um Sprache, Land und Leute besser kennen zu lernen. Anschliessend besuche ich noch einige Indiomärkte, ihre Farbenprächtigkeit begeistert immer wieder aufs Neue und der Auslöser der Kamera kommt kaum zur Ruhe. An der Grenze zu Honduras heuere ich einen Grenzhelfer an, und hoffe das die Formalitäten dank seiner Hilfe besser und schneller abge-
wickelt werden, trotzdem habe ich ein komisches Gefühl, als der Knirps mit meinem Pass in einer Menschentraube verschwindet und mich alleine am Motorrad zurücklässt. Doch schon nach dreissig Minuten ist alles erledigt und mit 3U$ Trinkgeld ist Er genauso zufrieden wie ich.

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