Zum ersten März bin ich mit zwei Enduristen auf einer kleinen Karibikinsel vor Honduras verabredet und nachdem ich die XT sicher untergestellt habe, fliege ich für sechzehn Dollar nach Utila. Der Mechaniker, welcher für den angeblich kranken aber wohl eher betrunkenen Piloten einspringt setzt sicher auf der kurzen Sandpiste auf. Trotz der Flugzeugwracks am Rande der Piste versichert Er uns, das noch jeder eine der bisherigen Bruchlandungen überlebt hat und somit fliegen sicherer sei, denn lediglich die Fähre wäre einmal mit Mann und Maus untergegangen. Tatsächlich stöbere ich in einer Bar meine Freunde auf und so wechseln wir für eine Zeit die Motorradkluft gegen eine Tauchausrüstung.

Zusammen geht es weiter nach Nicaragua, doch an der Grenze streiken die Zöllner und nach einigen Stunden Wartens wird es Jose, ein Tequila-
Importeur und Leidensgenosse zuviel und wir laden den Inspector der Fahrzeug-
kontrolle zu zwei Flaschen mexikanischen Zauberwassers ein. Es wirkt, und als Amigos die wir plötzlich sind bekommen wir ein Transitvisa für 72Std. und reisen nicht mehr ganz nüchtern in Nicaragua ein. Das Land macht einen traurigen und armen Eindruck und so sind wir nicht böse, bereits am nächsten Tag in Costa Rica sein zu müssen.

Der Unterschied zu den vorherigen Ländern ist gewaltig, Costa Rica gefällt uns auf Anhieb und wir verstehen, warum es die Schweiz Central-Amerikas genannt wird. Wir lassen unser schweres Gepäck in der Hauptstadt San Jose und fahren zur Nicoya-Peninsula an der pazifischen Seite des kleinen Landes. Offroadspass total ist angesagt, denn hier gibt es noch keinen Asphalt und die Traumstrände sind fast unberührt. So sind Flussdurchfahrten im Inland und fun am strand Vorspiel zu allabendlicher Hängemattenromantik unter Kokospalmen. Zurück in San Jose verabschiede ich mich von meinen Reise-
gefährten und da ich noch auf eine Geldüberweisung warten muss, fahre ich durch endlose Bananenplantagen, vorbei an erloschenen Vulkanen ein letztes mal zur Karibik.


Die Strasse ist nach dem letzten Erdbeben vom vorherigen jahr noch in schlechtem Zustand, nur die Brücken sind geflickt oder ersetzt. So bin ich froh endlich meine Hängematte am weissen Strand von cahuita aufhängen zu können. Hier treffe ich John, einen Kanadier der seine 450-Chopper trotz Holtkoffer, TV, Propangas-
flasche, Autobatterie und ähnlichen Verücktheiten heil bis hierher gebracht hat.

Als er mich eines morgens aus dem zelt ruft, weil angeb-
lich die schönsten Mädchen der Welt an unserem Strand sind, halte ich auch das für einer seiner Spleens`s, oder für die Folgen der vorabendlichen Flasche Rum. Doch auf mehrmaliges drängen quäle auch ich mich aus dem Zelt und riskiere ein Auge. Tatsächlich stehen die gewählten Schön-
heitsköniginen von Mexico bis Brasilien zum Phototermin in Bikini und Scherpe samt TV-Team vor unseren Zelten. Wir lassen uns die Möglichkeit nicht nehmen unser gelerntes Spanisch zu praktizieren und prahlen mit unseren moto`s und Geschichten um die Wette.

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